Kommunale Wärmeplanung erfolgreich abgeschlossen
Die Gemeinde Moorenweis hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung erreicht: Der kommunale Wärmeplan wurde im Rahmen der entsprechenden Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums durch die Firma ENIANO erarbeitet und ist nun fertiggestellt. Damit liegt ein umfassendes Konzept vor, das zeigt, wie Moorenweis seine Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 im Einklang mit den Klimazielen der Bundesregierung nachhaltig und klimafreundlich gestalten kann.
Ziel der Wärmeplanung war es, den aktuellen und zukünftigen Wärmebedarf in der Gemeinde zu erfassen und aufzuzeigen, welche Rolle erneuerbare Energien bei der Wärmeversorgung spielen können. Die Analyse ergab, dass sich der Wärmebedarf durch energetische Sanierungen bis 2045 um rund 5 % gegenüber dem Jahr 2022 senken lässt. Auf dieser Grundlage wurden Zwischenziele definiert und für verschiedene Gebiete passende, wirtschaftlich tragbare Versorgungsoptionen erarbeitet. Das Potenzial zum Aufbau von konventionellen Wärmenetzen ist im Gemeindegebiet von Moorenweis nicht gegeben, denn die Wärmedichte in den verschiedenen Gemeindegebieten (also der spezifische Wärmebedarf pro Fläche der einzelnen Gebiete) weist hierfür einen zu geringen Wert auf – diese Kenngröße dient als Indikator für die Wirtschaftlichkeit eines potenziellen Wärmenetzes. Somit liegt der Schwerpunkt der Wärmeversorgung in Moorenweis auch zukünftig auf individuellen Gebäudelösungen. Besonders vielversprechend sind demnach Luftwärmepumpen, die sich für etwa 76 % der Wohngebäude in Moorenweis als Heizanlage eignen. Auch die Nutzung von Grundwasser zur Beheizung von Gebäuden bietet großes Potenzial im Gemeindegebiet.
Der Wärmeplan zeigt in seinem Zielszenario, dass bis 2045 rund 65 % der Endenergie für Wärmebereitstellung über Biomasse bereitgestellt werden könnte, etwa aus Hackschnitzeln und Pellets. Ergänzt wird diese durch Strom für Wärmepumpen und Solarthermie auf Dachflächen.
Als konkretes Beispiel wurde das Rathausquartier betrachtet, zu dem das Rathaus, die Grundschule, die Feuerwehr und die Mehrzweckhalle gehören. Diese Gebäude werden derzeit noch mit Öl beheizt. Zukünftig könnten hier Holzpellets, regionale Hackschnitzel oder eine Grundwasserwärmepumpe zur Beheizung zum Einsatz kommen. Im Gewerbegebiet am östlichen Ortsrand zeigt sich bereits heute das große Engagement der ansässigen Betriebe: Viele Unternehmen setzen erfolgreich auf regenerative Wärmequellen wie Wärmepumpen und Pelletheizungen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und regionalen Wertschöpfung.
Zur schrittweisen Umsetzung des erarbeiteten Zielszenarios wurde ein Katalog mit geeigneten Maßnahmen abgeleitet. Für das Rathausquartier empfiehlt die Wärmeplanung die Entwicklung eines staatlich geförderten Energiekonzepts, um eine technisch-wirtschaftlich optimale Lösung für eine effiziente Wärmeversorgung zu konzipieren. Ein weiterer wichtiger Baustein zur Erreichung der Ziele ist die individuelle Beratung von Gebäudeeigentümern. Da die Wärmeversorgung künftig überwiegend dezentral bleiben wird, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Eigentümer ausreichend über Sanierungsmöglichkeiten und alternative Heizsysteme informiert sind. Unterstützen können dies persönliche Vor-Ort-Beratungen oder eine „Check-Dein-Haus“-Kampagne in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Klima³ oder der Verbraucherzentrale. Auch sogenannte Thermografie-Spaziergänge, Aktionswochen oder einen „Tag des offenen Heizungskellers“ können Erfolgsbeispiele der Wärmewende greifbar machen.
Mit dem Abschluss der kommunalen Wärmeplanung setzt Moorenweis ein starkes Zeichen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.


